Seit dem 1. Januar 2011 ist das Grenzdurchgangslager Friedland (GDL) eine Außenstelle der neu geschaffenen Landesaufnahmebehörde. Weitere Standorte dieser Behörde sind Sammelunterkünfte in Bramsche und Braunschweig. In Friedland kommen weiterhin alle Spätaussiedler aus den ehemaligen GUS-Ländern an. Die Zahl der Spätaussiedler geht seit 2005 durch die verschärften Zuwanderungsbedingungen kontinuierlich zurück. Kamen im Jahr 2003 noch 70.000 Spätaussiedler über Friedland nach Deutschland, so waren es in 2011 noch ca. 3.000 Menschen. Das Land Niedersachsen hat dieser Entwicklung Rechnung getragen und modifiziert zurzeit das Informations- und Betreuungsangebot für diese Gruppe.
 
Gleichzeitig hat Friedland ein neues Aufgabenfeld übertragen bekommen. Ab dem 1. Januar 2011 werden alle in Niedersachsen ankommenden Flüchtlinge und Asylbewerber in Friedland aufgenommen, registriert und in einem ersten Anhörungsverfahren von in Friedland ansässigen Mitarbeitern des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in das Asylbewerberverfahren aufgenommen. Friedland ist darauf ausgelegt, drei- bis viertausend Flüchtlinge im Jahr aufzunehmen. Nach einer bundesweiten Absprache (EASY-Programm) werden in Friedland schwerpunktmäßig Menschen aus den Herkunftsländern Afghanistan, Iran, Irak, Syrien und Libanon aufgenommen. Hinzu kommen Flüchtlinge, die über Sonderprogramme des UNHCR von der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen werden.

 
Die Innere Mission arbeitet mit den anderen Wohlfahrtsverbänden vor Ort (Deutsches Rotes Kreuz, Caritas) und in enger Absprache mit der Lagerleitung zusammen. Unsere Arbeitsfelder sind: Asylverfahrensberatung und Migrationsberatung (MBE), Dolmetscherdienste, Förderung und Betreuung der Kinder im Vorschulalter (intensive Sprachförderung), Einkleidung, Pfarramtlicher Dienst, kulturelle Angebote und die Bildungsberatung (früher Otto-Benecke-Stiftung e.V.). Seit Januar 2013 existiert ein Frauenzentrum für Asylbewerberinnen.

21.5.2017 Göttinger Kulturenmesse

Die Innere Mission hat sich in diesem Jahr mit einem eigenen Stand bei der Göttinger Kulturenmesse präsentiert. Das Interesse war bei schönstem Sommerwetter groß - zahlreiche Menschen wollten sich über die Aufgaben der Inneren Mission informieren. Die MitarbeiterInnen konnten durch Gespräche und das Verteilen von Infoflyern viele Fragen beantworten und neue Kontakte knüpfen.