26.09.2017

 „Wege ins Studium für Migrantinnen und Migranten“

 

Mit dieser Informationsveranstaltung beteiligte sich die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule am 26.09.2017 an der Interkulturellen Woche in

Göttingen.

In einer netten Runde im Migrationszentrum trafen sich Ehren- und Hauptamtliche und viele interessierte Flüchtlinge. Es konnte erläutert werden, wie das Ziel „Studium in Deutschland“ zu erreichen (und zu finanzieren) ist und wie die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule dabei unterstützen kann.

21.06.2017

Pressemitteilung des Sprengels Hildesheim-Göttingen:

 

Landessuperintendent Eckhard Gorka besuchte Thomas Harms, seit Oktober letzten Jahres neuer Lagerpfarrer im Lager Friedland

 

Friedland/Kr. Göttingen. Für viele Menschen ist es ein fester Begriff: das Lager Friedland. Seit seiner Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg ist das Grenzdurchgangslager Hoffnungsort. Die Menschen, die dort ankamen und ankommen, hatten und haben Schlimmes erlebt. Wenn auch die Gründe für eine Flucht in die Bundesrepublik sich verändert haben, so ist doch die Gewissheit geblieben, in diesem südniedersächsischen Dorf endlich an einem sicheren, freien und friedlichen Ort zu sein.

Wichtig für den mit-menschlichen Umgang im Grenzdurchgangslager ist dabei seit Beginn die kirchliche Seelsorge und angewandte diakonische Hilfe. Die evangelische Innere Mission und das Evangelische Hilfswerk e.V. leisten dabei neben Gottesdiensten und Gesprächsangeboten auch vielfältige, ganz praktische Unterstützung. Seit Oktober letzten Jahres ist der aus Göttingen stammende Thomas Harms Lagerpfarrer vor Ort. Ihn besuchte nun Eckhard Gorka, Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim-Göttingen. Gorka, als leitender Geistlicher des südlichsten Sprengels der hannoverschen Landeskirche auch zuständig für den Kirchenkreis Göttingen, verschaffte sich bei seinem Besuch auch einen Eindruck über die Arbeit der evangelischen Kirche im Lager Friedland insgesamt.

Besonders eindrücklich der Besuch im Kinderhaus und in der Vorschule. Im fröhlichen Gewusel balgen sich Kinder aus ganz verschiedenen Ländern. Mit so unterschiedlichen Muttersprachen wie Russisch und Arabisch. Tafelbilder erklären spielerisch die ersten deutschen Vokabeln. Thomas Harms berichtet in den hellen Räumlichkeiten über die Herausforderungen, die Kinder jeweils nur eine kurze Zeit zu betreuen, bevor dann der Umzug ihrer Familien an einen neuen Wohnort in Deutschland erfolgt. Das erfordere immer wieder neue Flexibilität und großes Einfühlungsvermögen von seinen Mitarbeitenden. Gleichzeitig mache es ihn stolz, dass in Friedland wirklich ein Angebot für Kinder aller Altersgruppen durch die Diakonie vorhanden sei, so der Lagerpfarrer. Das sei sehr wichtig auch für die Mütter der Kinder. Zum einen wüssten sie hier ihren Nachwuchs wirklich in Geborgenheit. Oftmals zum ersten Mal ohne die Gefahr von Übergriffen auf Leib und Leben der Kinder und ohne Bedrohung von Kriegsgewalt. Daneben bräuchten die Frauen selbst Zeit zum Erwerb der deutschen Sprache und für ein Ankommen auch psychisch. Erst das mache das Einleben in Deutschland möglich.

 

Dass es gelingt, mit dem Können und dem Wissen der nach Deutschland Geflüchteten professionelle Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, erlebte Landessuperintendent Gorka dann durch das von einer Irakerin entwickelte Sprachlabor in den Räumlichkeiten der Diakonie. In diesem kleinen Lernzentrum werden computergestützte Kurse für Deutsch als Fremdsprache angeboten. Frau Ingenieurin Karim stellte Gorka die von ihr weiterentwickelten und neukonzipierten Lernmethoden vor. Sie berichtete dabei auch über die notwendigen Differenzierungen zwischen denen, die ohne Lese- und Schreibfähigkeiten seien und denen, die eine Schulbildung mitbrächten. Jene müssten mit dem lateinischen Alphabet und in der neuen deutschen Sprache Schriftlichkeit erst überhaupt erwerben. Demgegenüber brächten die Menschen mit Bildungsabschlüssen, vor allem die mit akademischer Ausbildung, alle Fähigkeiten zu schnellem Selbstlernen und raschen Lernfortschritten mit.

 

Während des anschließenden Besuchs im Frauenzentrum, einem gemeinsamen Projekt von katholischer Caritas und evangelischer Diakonie, unterstrich Pastor Harms die Wichtigkeit, Themen des Alltags, Grundkenntnisse der deutschen Sprache und eine erste Orientierung in der neuen Gesellschaft an die Geflüchteten zu vermitteln. Besondere Bedeutung besitze dabei die Asylverfahrensberatung durch die Diakonie. Erst durch sie seien die Menschen und ihre Familienangehörigen in der Lage, sich über die Rahmenbedingungen und die einzelnen Schritte ihres Asylvorgangs zu informieren. Diese Unterstützung ermögliche den Asylbewerbern, das Vorgehen der Behörden und die bürokratischen Entscheidungswege zu verstehen. Oftmals stünden Scham über die im Herkunftsland und auf der Flucht erlittene Gewalt und Angst vor einer möglichen Verfolgung von Angehörigen in der Heimat als großes Hemmnis vor den Menschen. Es sei verständlich, dass sie nur ungern über ihre Erfahrungen berichteten, zumal wenn es um Vergewaltigungen oder um erlittene Folterungen gehe. Gleichwohl seien diese Angaben im Asylverfahren notwendig, so Harms.

 

Im Resümee in den Büroräumen der Diakonie, die, wie die evangelische Kirche auch, in einer alten Baracke liegen, zeigten sich die beiden Geistlichen sehr zufrieden darüber, dass das evangelische Lagerpfarramt nunmehr mit einer vollen Stelle ausgestattet ist. Für Thomas Harms, der Theologe und Pädagoge ist, bringt die Arbeit berufliche Erfüllung mit sich. Die Freude, Kennen und Können vielgestaltig einsetzten, ist dem 51-Jährigen anzumerken. Neben der seelsorgerlichen Arbeit ist er als Geschäftsführer der Inneren Mission/Evangelisches Hilfswerk für die 18 Mitarbeitenden in den unterschiedlichen Projekten verantwortlich. Zudem vertritt Harms die Themenkomplexe Flucht, Vertreibung, Aussiedlung, Migration und Asyl gegenüber der Landeskirche und dem Diakonischen Werk. Vor seiner Tätigkeit in Friedland war der Harms Gefängnis- und Diakoniepastor, er kennt aber auch die Arbeit als Gemeindepfarrer in der Stadt und auf dem Land.

 

„Im Namen des Sprengels und der ganzen hannoverschen Landeskirche möchte ich Ihnen und allen Ihren Mitarbeitenden herzlich Danke sagen für Ihre wichtige und vorbildliche Arbeit hier im Lager Friedland“, so Landessuperintendent Eckhard Gorka in seinen Abschiedsworten an den Amtsbruder.

29.05.2017

Pressemitteilung

 

Ein Boot der Hoffnung EDG Kiel-Stiftung fördert mit 6.000 Euro ein Flüchtlingskinderprojekt der Inneren Mission im Grenzdurchgangslager Friedland e.V.

 

Kiel/Friedland, 29. Mai 2017: Die Neugestaltung des Außengeländes im Grenzdurch-gangslager Friedland konnte dank einer Förderung durch die EDG Kiel-Stiftung der Evangelischen Bank umgesetzt werden. Bei einer Spendenübergabe an Lagerpastor Thomas Harms sagte Thomas Kyrath, Regionaldirektor Hannover der Evangelischen Bank: „Im sicheren Friedland geben Sie den zugewanderten Kindern ein neues Zuhause. Der EDG Kiel-Stiftung ist es ein besonderes Anliegen, unsere Wertschätzung für Ihren Arbeitseinsatz zum Ausdruck zu bringen. Zudem sind wir als nachhaltige Kirchenbank in der Verantwortung, uns für das Gemeinwohl einzubringen.“ 

Mit der Finanzierung des Holzboots im Außengelände des Grenzdurchgangslagers trägt die Stiftung der Evangelischen Bank dazu bei, dass die Kinder ihren Bewegungs- und Erlebnisdrang ausleben können. Die Innere Mission betreut dort Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter. Aufgrund einer langjährigen Flucht- und Vertreibungserfahrung sind die Kinder häufig traumatisiert. In Friedland werden sie von erfahrenen Erzieherinnen betreut. In einem neugestalteten Außengelände und dank des pädagogisch ansprechenden Spielgeräts können die Kinder neue Erfahrungen machen. Denn einige Kinder haben mit einem Boot bisher nur negative Erinnerungen an ihre Flucht verknüpfen können. Das Boot der Hoffnung lädt sie zum Spielen ein, bei dem Sie Positives erleben können. Eine Selbstverständlichkeit, dass beim Holzboot auf Qualität geachtet wurde: Die Almhütte Naturholz-Manufaktur GmbH hat das Boot extra für die Innere Mission Friedland angefertigt. Die 6.000 Euro aus der Stiftungsförderung wurden damit gut investiert.

 

Soziales Engagement auf allen Ebenen

 

Die Innere Mission Friedland engagiert sich auf allen Ebenen: Erwachsene Einwanderer werden beim Asylverfahren unterstützt, Dolmetscher erleichtern die Verständigung. Das Frauenzentrum bietet eine geschützte Begegnungsstätte, in Einkleidekammern erhalten die Zugewanderten qualitativ hochwertige Textilien, der Pfarramtliche Dienst vermittelt Orientierung und bietet Gottesdienste an, die Bildungsberatung hält Informationen zu Sprachkursen und Seminaren bereit. Das Kinderhaus bildet einen Schwerpunkt der Arbeit: Mit einer intensiven Förderung erlernen die Kinder hier die deutsche Sprache. Neben dem Kinderhaus für Jungen und Mädchen bis acht Jahren gibt es auch eine Hortschule für Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren. So werden täglich insgesamt rund 40 Kinder bei der Inneren Mission Friedland betreut.

 

Partnerschaftlich verbunden

 

„Mit der Evangelischen Bank pflegen wir seit Jahren eine partnerschaftliche Zusammenarbeit“, so Thomas Harms. Denn das nachhaltige Geschäftsmodell der Evangelischen Bank spiegelt sich nicht nur im ökonomischen, sondern auch im ökologischen und im sozial-ethischen Handeln wider. So ist der Kirchenbank beispielsweise die langjährige Zusammenarbeit mit ihren Kunden wichtig. Darüber hinaus engagiert sich das Finanzinstitut für soziale und ethische wertvolle Projekte im Rahmen ihres Stiftungsmanagements.

 

Die EDG Kiel-Stiftung

 

Die EDG Kiel-Stiftung, von der damaligen Evangelischen Darlehnsgenossenschaft 1997 gegründet, hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere Investitionen im kirchlichen Bereich sowie der Diakonie/Caritas und der sonstigen Freien Wohlfahrtspflege zu fördern, soweit dort anderweitige Möglichkeiten bereits ausgeschöpft sind. Durch diese Unterstützung hat die Stiftung in den vergangenen Jahren zur Realisierung zahlreicher Projekte beigetragen.

 

Die Evangelische Bank eG

 

Die Evangelische Bank eG ist ein genossenschaftlich organisiertes, nachhaltiges Kreditinstitut. Als moderner Finanzdienstleister bietet sie Spezial-Know-how und umfassende Finanzlösungen für den kirchlich-diakonischen und sozialen Bereich. Mit einer Bilanzsumme von 7,1 Mrd. Euro ist die Evangelische Bank eG die größte Kirchenbank und zählt zu den zehn größten Genossenschaftsinstituten in Deutschland. Als nachhaltig führende Kirchenbank Deutschlands ist die Evangelische Bank eG ein spezialisierter Finanzpartner der Kirchen, Diakonie, Caritas, Freien Wohlfahrtspflege und der Sozialwirtschaft sowie aller privaten Kunden mit christlicher Werteorientierung. Mehr als 480 Mitarbeiter betreuen bundesweit etwa 19.000 institutionelle Kunden und ca. 72.000 private Kunden an 14 Standorten.

 

Ihre Ansprechpartnerin:

 

Anna Marit Herrmann

Evangelische Bank eG

Vorstandsstab / Öffentlichkeitsarbeit

Seidlerstraße 6, 34117 Kassel

Tel. 0561 7887-1322, Fax -4651

E-Mail: anna-marit.herrmann@eb.de

Internet: www.eb.de

21.5.2017

Göttinger Kulturenmesse

 

Die Innere Mission hat sich in diesem Jahr mit einem eigenen Stand bei der Göttinger Kulturenmesse präsentiert. Das Interesse war bei schönstem Sommerwetter groß - zahlreiche Menschen wollten sich über die Aufgaben der Inneren Mission informieren. Die MitarbeiterInnen konnten durch Gespräche und das Verteilen von Infoflyern viele Fragen beantworten und neue Kontakte knüpfen.